Wissenstransferstrategie
Eure Forschung liegt vor. Die Ergebnisse sind belastbar, die Publikation ist durch — und dann? Zu oft bleibt Wissen im Fachzirkel, wo es entstanden ist. Eine Wissenstransferstrategie klärt, wie euer Wissen die Menschen erreicht, für die es gedacht ist: Fachöffentlichkeit, Politik, Praxis, Zivilgesellschaft.
Wissenstransfer gilt heute neben Forschung und Lehre als dritte Aufgabe von Hochschulen und Forschungseinrichtungen — die »Third Mission«, der Austausch von Wissen mit der Gesellschaft. Als Strategie- und Kreativagentur für Wissenschaft und Gesellschaft entwickeln wir bei NORDSONNE IDENTITY den Plan dahinter: Wer soll was verstehen, über welchen Kanal, in welcher Sprache?
Was eine Wissenstransferstrategie leistet
Eine Wissenstransferstrategie ist der Bauplan, bevor einzelne Formate entstehen. Sie ordnet eure Zielgruppen, eure Botschaften und eure Kanäle so, dass Transfer planbar wird statt Zufall. Ohne Strategie entstehen viele Einzelmaßnahmen, die selten zusammenwirken — eine Broschüre hier, ein Vortrag da, ein Social-Media-Kanal, den niemand pflegt.
Wir klären zuerst die Grundfrage: Welches Wissen soll wirken, und bei wem? Daraus wird eine Landkarte eurer Zielgruppen mit ihren jeweiligen Zugängen. Fördermittelgeber lesen anders als Lehrkräfte, Journalist:innen brauchen anderes Material als kommunale Praktiker:innen. Erst wenn das klar ist, entscheiden wir über Formate — von der Wissenschaftspublikation über Infografiken bis zu Wissenschaftsdialogen.

Für wen Wissenstransfer strategisch wird
Der Bedarf wird meist an einem konkreten Punkt akut: Ein Cluster startet, eine Förderperiode verlangt Transfernachweise, ein Institut will endlich raus aus der reinen Fachsichtbarkeit. Typische Ausgangslagen:
- Forschungsverbünde und Exzellenzcluster, die Transfer gegenüber Fördermittelgebern belegen müssen
- Institute, deren Erkenntnisse in der Praxis ankommen sollen — in Kliniken, Schulen, Kommunen
- Hochschulen, die ihre Third Mission über Einzelaktionen hinaus systematisieren wollen
- Forschungsprojekte mit begrenzter Laufzeit, die schnell sichtbar werden müssen
Der gemeinsame Nenner: Wissenschaft steht im Wettbewerb um Aufmerksamkeit, Förderung und Talente. Wer sein Wissen nicht verständlich weitergibt, bleibt ungehört — die Forschung ist stark genug, sie kommt nur nicht an.
Wie wir eine Wissenstransferstrategie entwickeln
Wir arbeiten in vier Schritten, die aufeinander aufbauen. Typischer Zeitrahmen: sechs bis zwölf Wochen, je nach Größe der Organisation und Beteiligungsgrad.
Zuerst die Analyse: Wir sichten euer Wissen, eure bisherige Kommunikation und eure Zielgruppen. Dann die Priorisierung — nicht alles lässt sich gleichzeitig transferieren, also entscheiden wir gemeinsam, was zuerst wirken soll. Im dritten Schritt entsteht die Kanal- und Formatarchitektur: welches Format welche Zielgruppe erreicht und wie die Teile ineinandergreifen. Und schließlich die Befähigung: Ihr bekommt die Werkzeuge, mit denen ihr selbst weiterarbeitet.
Für das Leibniz-Institut für Psychologie haben wir mit KLARpsy genau diesen Weg genommen: Aus einem Identity-Prozess entstand eine reduzierte Social-Media-Strategie, mit der das Team komplexe Metaanalysen selbst in klare Aussagen übersetzt — samt Vorlagen, die es ohne uns weiternutzt.


Eine gute Wissenstransferstrategie macht Transfer messbar und wiederholbar. Ihr wisst danach, welche Zielgruppe ihr über welchen Kanal erreicht, und könnt neue Ergebnisse einordnen, statt bei jedem Projekt von vorn anzufangen. So wird Transfer Teil einer umfassenderen Wirkungsorientierung, die eure Arbeit am angestrebten Ergebnis ausrichtet. Das Besondere: Teams erhalten nicht nur einen fertigen Plan, sondern auch die interne Kompetenz, Transfer eigenständig fortzuführen.
Für das Wuppertal Institut haben wir die Arbeitsweisen von vier Abteilungen in vier Infografiken übersetzt — auf Basis von Interviews mit den Abteilungsleiter:innen, einsetzbar über alle Kanäle des Instituts. Bei plangesund, einem Verbund von TU Braunschweig, Charité und TU Berlin, wurde aus Forschung zu gesundem Bauen eine praxisorientierte digitale Wissensplattform mit konkreten Handlungsempfehlungen. Zwei Wege, ein Prinzip: Forschungswissen wird nutzbar.
Wenn ihr den Transfer breiter aufstellen wollt, verbinden wir die Strategie mit unserer Wissenschaftskommunikation und einer passenden Kommunikationsstrategie. Ihr habt Fragen zu eurer Wissenstransferstrategie? Schreibt uns: ni@nordsonne.de
Aktualisiert am 18. Juli 2026