
Wissenschaftskommunikation für das Forschungsprojekt PiTiPS›Universität zu Lübeck
Gemeinsam Sorgen, Pflege verbessern
Rund 4,1 Millionen Menschen in Deutschland haben Pflegebedarf — etwa 80 Prozent von ihnen werden zu Hause versorgt, von Angehörigen und anderen informell Pflegenden. Digitale Technik könnte diese Menschen entlasten. Aber nur, wenn sie an der Entwicklung beteiligt werden, statt sie mit fertigen Lösungen zu konfrontieren.
Genau hier setzte PiTiPS an — »Partizipation und Co-Creation für innovative Technologien für informell Pflegende und Sorgegemeinschaften«, ein bundesgefördertes Begleitprojekt unter Leitung des Instituts für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS) der Universität zu Lübeck. Von 2022 bis 2026 begleitete PiTiPS mehrere Verbundprojekte dabei, Pflegetechnik gemeinsam mit den späteren Nutzenden zu entwickeln.
Für die Universität zu Lübeck haben wir die Wissenschaftskommunikation dieses Projekts begleitet: von einem Impuls zur Wissenschaftskommunikation für das Forschungsteam bis zum gestalteten Abschlussbericht, der die Erkenntnisse aus vier Jahren zugänglich macht.


Forschung, die erst durch Vermittlung wirkt
Wissenschaftskommunikation entscheidet mit, ob Forschung ankommt. PiTiPS erarbeitete über neun Forschungswerkstätten hinweg Methoden für partizipative Technikentwicklung — Wissen, das anderen Forschungsteams nur nützt, wenn es verständlich aufbereitet und geteilt wird. Für ein Projekt, dessen Kern die Beteiligung vieler Perspektiven ist, ist gute Kommunikation kein Beiwerk, sondern Teil der Methode.
Die Universität zu Lübeck holte uns, NORDSONNE IDENTITY, als Partnerin für diese Vermittlung dazu. Unsere Aufgabe: die Forschung so übersetzen, dass sie über die Fachcommunity hinaus wirkt — bei anderen Wissenschaftler:innen, bei Fördergebern, in der Praxis der Pflege.
Ein Impuls, der Forschende zu Kommunizierenden macht
Am Anfang stand die Befähigung des Teams. In einem Impuls zur Wissenschaftskommunikation brachten wir dem PiTiPS-Konsortium die Grundlagen näher: Was Wissenschaftskommunikation leisten kann, wie das Zusammenspiel von Sender:in, Botschaft und Zielgruppe funktioniert, und wie man von der Forschungserkenntnis zur verständlichen Botschaft kommt.
Dafür arbeiteten wir mit Methoden, die die Forschenden selbst anwenden konnten — von der Persona-Methode zur Schärfung der Zielgruppen bis zum Value Proposition Canvas, das Forschungsnutzen und Zielgruppenbedürfnis zusammenbringt. Der Ansatz folgt unserem Grundverständnis: Nach der Zusammenarbeit können die Teams eigenständig weiterkommunizieren.

Wissenschaftskommunikation mit Weitblick: Blick aus dem Workshop-Raum in Kempten/Allgäu. Foto: NORDSONNE IDENTITY
Vier Jahre Forschung, ein Bericht, der bleibt
Zum Projektabschluss stand die Aufgabe, die Erkenntnisse aus neun Forschungswerkstätten zu sichern. Es entstand der Werkstattbericht »Gemeinsam Sorgen, Pflege verbessern« — ein Editorial-Projekt, das die erprobten Methoden partizipativer Technikentwicklung dokumentiert und zugleich als Anleitung für andere Forschungsteams dient.
Wir verantworteten Designkonzept, Gestaltung und redaktionelle Aufbereitung: eine klare Struktur über fünf Kapitel, Illustrationen und Grafiken, die komplexe Methoden greifbar machen, und ein Layout, das den Bericht vom internen Dokument zum weitergebbaren Wissensprodukt macht.
Was bleibt
Aus einem vierjährigen Forschungsprojekt wurde kommunizierbares Wissen: ein Team, das nach unserem Impuls eigenständig über seine Forschung sprechen kann, und ein Abschlussbericht, der die Methoden partizipativer Technikentwicklung über das Projektende hinaus verfügbar macht. Beide Bausteine zahlen auf dasselbe Ziel ein — dass Forschung zu Pflege und Technik die Menschen erreicht, um die es geht.

