Narrativentwicklung
Jede Organisation erzählt eine Geschichte — die Frage ist nur, ob sie es bewusst tut. Ein Narrativ ist das Erzählmuster hinter all euren Botschaften: Es sagt, warum es euch gibt, wohin ihr wollt und was sich ändern soll. Aus ihm leiten sich Kampagnen, Reden und Social-Media-Posts ab, nicht umgekehrt.
Als Strategie- und Kreativagentur für Wissenschaft und Gesellschaft entwickeln wir bei NORDSONNE IDENTITY dieses Fundament. Ein gutes Narrativ reduziert Komplexität und gibt Orientierung — nach innen wie nach außen.
Was Narrativentwicklung ist — und was nicht
Ein Narrativ ist kein Slogan und keine einzelne Geschichte. Es ist das übergreifende Sinn-Gerüst, aus dem viele Geschichten entstehen. Der Philosoph Jean-François Lyotard hat beschrieben, dass die großen, allgemeingültigen Erzählungen brüchig geworden sind. Für Organisationen heißt das: Ihr müsst eure eigene Erzählung finden, statt euch auf eine mitgelieferte zu verlassen.
Wir trennen sauber zwischen drei Ebenen: Das Narrativ ist das Warum und Wohin. Storytelling ist die Kunst, dieses Narrativ in einzelnen Formaten erlebbar zu machen. Und die Claimentwicklung verdichtet es auf einen Satz. Narrativentwicklung steht am Anfang — sie liefert das Material, aus dem die anderen beiden schöpfen.


Für wen sich Narrativentwicklung lohnt
Der Bedarf zeigt sich meist dort, wo Kommunikation auseinanderläuft: Jede Abteilung erzählt etwas anderes, die Website klingt anders als der Förderantrag, und niemand kann in einem Satz sagen, wofür die Organisation eigentlich steht. Typische Ausgangslagen:
- Institutionen mit langer Geschichte, die Tradition und Zukunft zusammenbringen wollen
- Organisationen im Wandel, die Veränderung intern und extern erklären müssen
- Verbünde und Dachorganisationen, die viele Stimmen unter einer Erzählung bündeln
- Neugründungen, die ihre Idee zum ersten Mal in Worte fassen
Der gemeinsame Nenner: Wissenschaft, Kultur und Non-Profit stehen im Wettbewerb um Aufmerksamkeit, Förderung und Talente. Ein klares Narrativ ist das, woran Menschen sich erinnern, wenn die einzelne Kampagne längst vorbei ist.
Wie wir ein Narrativ entwickeln
Wir hören zuerst zu. In Interviews und Workshops sammeln wir die Erzählungen, die in eurer Organisation ohnehin kursieren — denn das überzeugendste Narrativ ist meist schon da und wird nur freigelegt. Aus diesem Material verdichten wir Spannungsfelder und Kernmotive zu einer Erzählung, die stimmt und die ihr wiedererkennt.
Typischer Zeitrahmen: vier bis acht Wochen, je nach Größe der Organisation und Beteiligungsgrad. Danach steht ein Narrativ, das sich in konkrete Botschaften, Claims und Formate übersetzen lässt — und das ihr selbst weitergebt, ohne uns für jede neue Kampagne zu brauchen.
Für die Akademienunion haben wir acht Akademien unter einer gemeinsamen Erzählung zusammengeführt: »Vergangenheit verstehen, Zukunft gestalten« verbindet die humanistische Tradition der Union mit ihrem Anspruch, Wissen für die Gesellschaft sichtbar zu machen.


Was ein starkes Narrativ bewirkt
Ein tragfähiges Narrativ macht Kommunikation kohärent: Alle Beteiligten wissen, welche Geschichte sie erzählen, und ziehen in dieselbe Richtung. Das Besondere: Teams bekommen nicht nur eine fertige Erzählung, sondern auch das Gespür, künftige Botschaften selbst daran auszurichten.
Für die Stiftung Kinder forschen (ehemals »Haus der kleinen Forscher«) haben wir aus der Neuausrichtung eine Erzählung geformt, die den Namenswechsel stützt und MINT-Bildung als etwas erzählt, das überall stattfindet — nicht nur in einem »Haus«. Für die Mini-Kampagne der TU Berlin wurde »Wo Ideen auf Ideale treffen« zum erzählerischen Rahmen, der Wissen als Werkzeug zur Verbesserung der Welt fasst.
Wenn ihr das Narrativ anschließend in Positionierung und Marke übersetzen wollt, verbinden wir es mit unserer Positionierung und Markenstrategie. Ihr habt Fragen zur Narrativentwicklung? Schreibt uns: ni@nordsonne.de
Aktualisiert am 17. Juli 2026