
Für eine konstruktive Gesellschaft
Die Gesellschaft in Deutschland hält sich für zerstrittener, als die Daten es hergeben. Im Wissenschaftsbarometer 2025 sagen 77 Prozent der Befragten, die Meinungen driften immer weiter auseinander; 54 Prozent sehen zwei unversöhnliche Lager. Fragt dieselbe Erhebung nach konkreten Positionen zu Migration, Klimawandel, gendergerechter Sprache und sozialer Ungleichheit, liegt die Mehrheit bei drei von vier Themen nah beieinander.
Zwischen Gefühl und Befund klafft also eine Lücke. Die hat Folgen: Wer die andere Seite für unerreichbar hält, hört auf zu fragen. Wissenschaft im Dialog nennt das ein Kommunikationsproblem — und dort setzt unsere Arbeit an. NORDSONNE IDENTITY begleitet Organisationen durch Veränderung: von der Klärung im Inneren bis zu dem, was nach außen sichtbar wird. Unsere Auftraggeber:innen sind Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Stiftungen, NGOs und öffentliche Institutionen.
»Für eine konstruktive Gesellschaft« steht unter unserem Namen. Daran messen wir jedes Projekt — den Strategieprozess einer Hochschule genauso wie das Bündnis, das sich gerade erst gründet.


Was »konstruktiv« für uns heißt
Konstruktiv heißt zuerst: Wir nehmen Positionen ernst, die uns nicht passen. In einem Leitbildprozess an einer Kunsthochschule sitzen Professor:innen, Studierende und Verwaltung am selben Tisch, und sie wollen selten dasselbe. Wer die unbequemen Stimmen übergeht, erntet Widerstand — spätestens bei der Umsetzung.
Zweitens heißt es: Veränderung so anlegen, dass die Menschen in der Organisation sie mitgestalten können. Eine Strategie, die im Leitungskreis entsteht und danach verkündet wird, hat es schwer. Eine, an der Gremien, Fachbereiche und Beschäftigte beteiligt waren, hält auch dem ersten Gegenwind stand.
Harmonie ist damit nicht gemeint. Konflikte gehören zur Demokratie und zu jeder Organisation; die Frage ist nur, ob eine Auseinandersetzung Bewegung erzeugt oder Fronten verhärtet. Die Forschungslage ist dabei nüchterner, als es manche Agenturversprechen nahelegen: Ein Überblick über 22 Experimente von McIntyre und Lough (2023) zeigt klare Effekte lösungsorientierter Darstellung auf die Gefühlslage des Publikums — ob daraus tatsächliches Handeln folgt, ist uneinheitlich belegt. Haltungsänderung auf Knopfdruck versprechen wir deshalb nicht.
Warum Institutionen jetzt an ihrer Praxis arbeiten
Der Demokratiemonitor 2026 der Bertelsmann Stiftung zeichnet ein doppeltes Bild. 82 Prozent der Befragten stehen überdurchschnittlich stark hinter den Werten der liberalen Demokratie, bei den Regeln demokratischer Wahlen sind es 91 Prozent. Das alltägliche Funktionieren bewerten je nach Bereich nur 15 bis 65 Prozent positiv. Die Zustimmung zur Idee ist da. Das Zutrauen in die Praxis wackelt.
Für Hochschulen, Akademien und öffentliche Einrichtungen folgt daraus eine unbequeme Einsicht: Vertrauen in die Praxis entsteht in der Praxis. Also in Entscheidungswegen, in Beteiligung, in der Frage, wer intern mitreden darf — bevor es überhaupt um Botschaften geht. 70 Prozent wünschen sich laut Wissenschaftsbarometer 2025, dass Forschende sich einmischen, wenn Fakten falsch dargestellt werden; zugleich fühlt sich nur noch etwa jede vierte Person über Forschung auf dem Laufenden. Die Bereitschaft zuzuhören ist vorhanden. An der Organisation dahinter hapert es öfter.

Wie wir Veränderung begleiten
Unsere Arbeit beginnt innen. In der Organisationsberatung schauen wir uns an, wie eine Einrichtung tatsächlich entscheidet, wo Reibung entsteht und welche Konflikte seit Jahren ungelöst mitlaufen. Daraus wird ein Werteprozess, in dem eine Organisation klärt, wofür sie einsteht, oder ein Partizipationsprozess, der Gremien, Fachbereiche und Beschäftigte einbezieht. Wir moderieren Interviews, Klausuren und Gesprächsrunden — auch die schwierigen.
Veränderung braucht danach einen Rahmen, der hält. Changemanagement sorgt dafür, dass ein Vorhaben nicht nach dem Kickoff einschläft. Eine adaptive Strategie bleibt über Jahre veränderbar: Verschieben sich Förderlage oder Auftrag, zieht sie mit. Beides entwickeln wir mit euch, und beides bleibt bei euch: Nach unserer Zusammenarbeit könnt ihr den Prozess eigenständig weiterführen.
Aus der internen Klärung entsteht dann Sprache. Eine Positionierung beschreibt, welchen Platz eine Organisation im gesellschaftlichen Gespräch beansprucht; eine Narrativentwicklung gibt ihr eine Erzählung, die auch im Streit hält. Erst am Ende steht die Kommunikationsstrategie mit ihren Formaten. Transformation, Identität und Kommunikation greifen bei uns ineinander — wie das im Alltag aussieht, beschreiben Gina Lange-Hermstädt und Tom Schmiedel im Interview zum TIK-Modell.


Woran ihr das in unseren Projekten seht
Die Pädagogische Hochschule Luzern begleiten wir seit 2024 bei ihrer Hochschulstrategie 2025–2035. Die Strategie ist bewusst adaptiv angelegt: Sie baut auf Bestehendem auf und lässt sich über die Laufzeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. Für die Akademie der Bildenden Künste Stuttgart haben wir 2022 einen induktiv-partizipativen Leitbildprozess beraten und begleitet — mit einer Analyse der bestehenden Strukturen, Interviews, Umfragen, Gesprächsrunden und Workshops, in die alle relevanten Personengruppen der Akademie einbezogen waren.
Auch Verbünde stehen vor dieser Aufgabe. Die Akademienunion vereint acht Akademien unter einem Dach; von 2023 bis 2025 haben wir sie als Plattform positioniert, die den Akademien dient und ihre gemeinsame Stimme stärkt — mit Strategie und Beratung, Markenentwicklung, Workshops und einem Kommunikationskonzept. Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag berät das Parlament seit 1990 in Fragen des wissenschaftlich-technischen Wandels. Ausgangspunkt unseres Markenprozesses war eine digitale Umfrage zur Wahrnehmung des Auftritts — die Weiterentwicklung folgte dem Befund, nicht dem Geschmack.
Manchmal entsteht eine Organisation auch neu. Für das Bündnis »Gemeinsam gegen Sexismus« haben wir zur Gründung Marke und Auftritt entwickelt und die Auftaktveranstaltung begleitet; seither arbeiten wir kontinuierlich an der Kommunikation mit. Und manchmal fangen wir selbst an: ZoffStoff ist ein Online-Tool aus unserem Haus für Leute, die in festgefahrenen Diskussionen stecken. Wie wir über gesellschaftlichen Wandel denken, steht ausführlicher im Beitrag »Konsequent konstruktiv«.




