Gegen rechts – gestern, heute und morgen!

Der NSU-Komplex, München, Chemnitz, Halle, die Hannibal-Affäre, Hanau und eine offen rassistisch agierende Partei, die sich in Umfragen für die nächste Bundestagswahl bei stabilen 10% hält. Dass wir ein Problem mit rechtsextremen, faschistischen und anti-demokratischen Gesinnungen haben, wissen wir nicht erst seit gestern. Um es mit Brecht zu sagen: »Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.«

Die rechte Szene ist heterogen, nicht jede kann mit jedem und auch die ideologischen Grundlagen sind divers. Für das Zentrum liberale Moderne – einem deutschen Thinktank, der 2017 von den Grünen-Politiker*innen Marieluise Beck und Ralf Fücks gegründet wurde – erklären wir in vier einminütigen Social Media-Clips die wichtigsten Begriffe und Konzepte der so genannten »Neuen Rechten«: Wer oder was ist die Neue Rechte, was bedeutet Ethnopluralismus, welche Rolle spielt der Antifeminismus und wie funktioniert Metapolitik?

Auftraggeber*innen
Zentrum Liberale Moderne
Leistungen
Konzept
Text & Redaktion
Storyboard & Styleframes
Illustrationen & Animationen
Voice Recording & Sounddesign

Auftraggeber*in

Für eine aufgeklärte, liberale Moderne

Das Zentrum Liberale Moderne versteht sich als Debattenforum und Projektbüro für internationale Politik und gesellschaftspolitische Fragen. Die Initiative wurde 2017 als Antwort auf eine vielerorts diagnostizierte Krise des Westens gegründet. Zu dieser Krise gehört auch der eingangs erwähnte Rassismus, der derzeit fast weltweit grassiert und dabei gerade auch in jenen Ländern populistische Epizentren bildet, die unlängst als Bollwerke des Humanismus und der Aufklärung galten. Dieser zeitgenössische Rassismus versucht, sich von seinen Altlasten zu befreien, indem er auf andere theoretische Fundamente zurückgreift als beispielsweise der Nationalsozialismus. Diesem sowohl schlechten als auch rechten Rebranding setzen wir eine Aufklärungskampagne entgegen, die sich diese vermeintlich neuen Fundamente mal etwas genauer anschaut und als das entlarvt, was sie nach wie vor sind – rechtsextrem, antidemokratisch und antipluralistisch.

Strategie

Gar nicht mal so neu – die »Neue Rechte«

Kurz und knackig, dabei aber theoretisch fundiert und angemessen komplex – unsere König*innendisziplin ist die eloquente Vermittlung komplizierter Sachverhalte. In vier Animations-Clips, in exakt einer Minute und mit weniger als hundert Wörtern, erläutern wir die Herkunft und Essenz neurechter Theoreme – und zwar so, dass auch jüngere Menschen verstehen, wovon die Rede ist. Denn die »Neue Rechte« setzt verstärkt auf die sozialen Medien, um Jugendliche für ihre Anliegen zu politisieren. Fehlt diesen der Kontext und die Sensibilität gegenüber bestimmten Signalwörtern und Konzepten, gelingt die ideologische Landnahme von rechts. Im Sinne einer aufgeklärten Gesellschaft ist es dementsprechend von immenser Bedeutung, sich intensiv mit den Positionen der Gegenseite auseinanderzusetzen – auch oder gerade wenn man sich auf der richtigeren Seite wähnt.

Umsetzung

Bilder bilden

Wie erklärt man hochkomplexe Figuren wie die der Metapolitik in unter einer Minute und mit weniger als 100 Wörtern? Um unserem theoretischen Anspruch zu genügen, mussten wir an einer Verbindung zwischen Text und Bild arbeiten, die das Gesagte sinnvoll unterstreicht und vertieft. Dabei folgen wir der Grundannahme, dass die »Neue Rechte« sich, entgegen der immanenten Behauptung »neu« zu sein, aus eher alten Ideen und Überzeugungen speist. Auf der gestalterischen Ebene wird dieses unaufgelöste Spannungsverhältnis zwischen alt und neu mithilfe von Überlagerungen bzw. Glitches gelöst. So scheinen hinter der Behauptung, man sei beispielsweise »konservativ« oder »bürgerlich« die Begriffe »antidemokratisch« oder »rassistisch« durch. Darüber hinaus wird fotografisches Archivmaterial durch neonfarbene Zeichnungen ergänzt und überzeichnet, wobei der grünen Linie eine aufklärerische Funkion zufällt. 

Wir haben ausschließlich mit Open-Source-lizensiertem Bildmaterial gearbeitet, was den daraus hervorgehenden gestalterischen Beschränkungen den Vorteil der freien Nutzung gegenüberstellt. So können alle Videos bedenkenlos gezeigt, geteilt und beispielsweise auch für den Schulunterricht genutzt werden. Diese Creative-Commons-Veröffentlichung ist insbesondere bei gesellschaftsrelevanten Themen von großer Bedeutung, weil sie dazu beiträgt, Informationen und Fakten unabhängig von etwaigen Urheberrechten zu verbreiten. 

Und last but not least blicken wir auch in diesem Fall wieder auf einen gelungenen Inhouse-Allrounder – denn wir haben nicht nur die Konzepte entwickelt, die Texte geschrieben und die Animationen produziert, sondern auch wieder einen hervorragenden Sprecher akquiriert, den wir bis ins Tonstudio begleitet haben. Mit dem Autor Max Czollek konnten wir jemanden für unser Projekt begeistern, der sich in seiner Arbeit zwischen Literatur, Theater und Theorie von links aus mit Phänomenen wie Integration, Identität und Heimat auseinandersetzt. Zuletzt fügt das detaillierte, anspruchsvolle Sounddesign die verschiedenen Elemente zu einem Ganzen zusammen. Entstanden ist ein buntes Potpourri aus Ideen, Informationen, Ästhetiken und Sounds, die sowohl einzeln als auch zusammen funktionieren. 

Überzeugt?

Sie möchten uns kennenlernen? Wir Sie auch! Erzählen Sie uns von Ihren Ideen. Gerne begeistern wir uns auch für Ihre Vorhaben. Am meisten freuen wir uns über Projekte mit Herz und Sinn.

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