
Digitale Wissensplattform
Forschungsergebnisse liegen vor, die Studie ist abgeschlossen, der Bericht ist veröffentlicht. Und dann? Zu oft endet Wissen als PDF in einem Downloadbereich, den kaum jemand findet. Dabei zeigt das Wissenschaftsbarometer 2024 von Wissenschaft im Dialog eine wachsende Lücke: Nur noch 30 Prozent der Befragten fühlen sich über Forschung auf dem Laufenden, ein Jahr zuvor waren es 39 Prozent.
Eine digitale Wissensplattform schließt die Strecke zwischen Erkenntnis und Nutzung. Sie bündelt verstreute Inhalte, ordnet sie nach den Fragen der Zielgruppen und macht Wissen auffindbar und anschlussfähig. Wir entwickeln Plattformen, auf denen komplexes Wissen tatsächlich genutzt wird, statt im Archiv zu verschwinden.
NORDSONNE IDENTITY arbeitet seit über zwanzig Jahren an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft. Für uns ist eine Plattform ein Kommunikationsraum mit einer klaren Aufgabe: den Transfer vom Wissen zur Anwendung zu organisieren.

Für wen sich eine digitale Wissensplattform lohnt
Der Bedarf entsteht überall dort, wo Wissen schneller wächst als seine Vermittlung. Forschungsverbünde und Cluster produzieren über Jahre Ergebnisse, die nach Projektende auffindbar bleiben sollen. Öffentliche Institutionen müssen Erkenntnisse für Entscheidungsträger:innen aufbereiten, ohne die fachliche Tiefe zu verlieren. Stiftungen und NGOs wollen Handlungswissen an eine Praxis weitergeben, die selten Zeit für lange Berichte hat.
Der Wissenschaftsrat hat in seinem Positionspapier zur Wissenschaftskommunikation (2024) den Transfer als Kernaufgabe des Wissenschaftssystems bekräftigt. In der Hochschulforschung wird dabei sauber unterschieden: Wissenstransfer zielt auf definierte Anwenderkreise und konkrete Nutzung, Wissenschaftskommunikation auf den breiteren gesellschaftlichen Dialog. Eine gute Plattform beherrscht beides und trennt es dort, wo die Zielgruppen es brauchen.
Für die inhaltliche Grundlage lohnt sich früh ein Blick auf die Menschen, die die Plattform nutzen sollen. In einem Zielgruppen-Workshop klären wir, welche Fragen sie mitbringen und in welcher Situation sie auf die Inhalte stoßen.
Wie wir digitale Wissensplattformen entwickeln – Prozess und Methoden
Am Anfang steht die Frage, nicht die Technik. Wir beginnen mit der Recherche der Nutzungssituationen: Wer sucht was, unter welchem Druck, mit welchem Vorwissen? Aus den Antworten entsteht die Informationsarchitektur: die Ordnung, nach der sich Inhalte auffinden lassen.
Für die Plattform plangesund haben Forschungspartner:innen der TU Braunschweig, der Charité und der TU Berlin einen neuen Standard für gesundes Bauen erarbeitet. In Zielgruppen-Workshops haben wir die Anforderungen der Baupraxis erhoben und in eine Website übersetzt, auf der konkrete Handlungsempfehlungen und vertiefende Informationen nebeneinander stehen. Die Kommunikations- und Launch-Strategie haben wir gemeinsam geplant.
Ein zweites Beispiel zeigt die andere Skalierung: Für das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag entstand die Foresight-Plattform, die Zukunftsanalysen zu kritischen Infrastrukturen für die parlamentarische Arbeit zugänglich macht, mit Foresight-Reports und Resilienz-Dossiers, die je nach Informationsbedarf unterschiedlich tief einsteigen.
Auf die Architektur folgt die Gestaltung. Hier greifen Informationsdesign und UX/UI Design ineinander: Struktur wird sichtbar, Komplexität navigierbar. Erst danach kommt die technische Website-Umsetzung. Barrierefreiheit denken wir dabei von Beginn an mit, nicht als nachträgliche Ergänzung.



Was eine digitale Wissensplattform für eure Organisation bewirkt
Eine Plattform, die funktioniert, verändert die Arbeit dahinter. Inhalte, die vorher in Einzeldokumenten verstreut lagen, bekommen einen Ort und eine Logik. Zielgruppen finden Antworten, ohne nachzufragen. Und das Wissen bleibt verfügbar, wenn die Projektförderung längst ausgelaufen ist.
Konkret entsteht dabei ein Zusammenspiel aus mehreren Ebenen:
- eine Informationsarchitektur, die sich an realen Suchwegen orientiert
- ein Redaktionssystem, das euer Team ohne technische Hürde selbst bedient
- eine Gestaltung, die fachliche Tiefe und schnellen Überblick nebeneinander erlaubt
Das Besondere: Teams erhalten nicht nur eine fertige Plattform, sondern auch die interne Kompetenz, sie eigenständig weiterzupflegen. Wir richten Redaktionsstrukturen ein und übergeben Systeme, mit denen ihr neue Inhalte selbst einstellt. Die Plattform »die-debatte.org«, die wir seit 2018 für Wissenschaft im Dialog umsetzen, arbeitet mit einer flachen Content-Architektur, die den direkten Einstieg in kontroverse Themen erlaubt, ohne redaktionellen Flaschenhals.
Wo Inhalte über die Plattform hinaus wirken sollen, verbinden wir sie mit digitalen Publikationen und weiteren Formaten der Wissenschaftskommunikation.
Warum NORDSONNE IDENTITY für eure digitale Wissensplattform
Eine Wissensplattform steht und fällt mit der Frage, ob die Struktur zur Organisation passt. Deshalb entwickeln wir sie nicht als reines Webprojekt. Als Strategie- und Kreativagentur für Wissenschaft und Gesellschaft bringen wir ein interdisziplinäres Team aus Organisationsberatung, Informationsdesign und Web Development an einen Tisch, in Berlin-Mitte, seit 2002.
Eine Plattform funktioniert nur mit dem, was die Organisation intern geklärt hat. Wo der Wissenstransfer strategisch noch offen ist, beginnen wir früher: mit einer Wissenstransferstrategie, die klärt, welches Wissen zu wem gelangen soll. Und wo viele Perspektiven zusammenkommen, moderieren wir den Weg dahin in Partizipationsprozessen. So entsteht eine Plattform mit einer klaren Aufgabe: ein Beitrag zu einer konstruktiven Gesellschaft, in der Wissen die erreicht, die damit arbeiten.
Was eine solche Plattform kostet und wie sie sich in Förderanträgen verankern lässt, haben wir im Beitrag »Was Wissenschaftskommunikation kostet« aufgeschrieben. Ihr habt Fragen zu eurer Plattform? Schreibt uns: ni@nordsonne.de
Aktualisiert am 17. Juli 2026