Designsysteme
Eine Marke besteht die eigentliche Prüfung erst zwei Jahre nach der Übergabe — wenn längst andere Leute neue Anwendungen bauen, die beim ersten Entwurf niemand vorhergesehen hat. Ein neues Faltblatt, eine Microsite, ein Messestand. Hält die Marke das aus, ohne auseinanderzufallen? Genau das entscheidet ein Designsystem.
Wir entwickeln Designsysteme — modulare Baukästen aus wiederverwendbaren Bausteinen, mit denen eure Marke über beliebig viele Anwendungen konsistent bleibt und trotzdem mitwächst. Für Hochschulen, Forschungsinstitute, Stiftungen und öffentliche Einrichtungen mit vielen Fachbereichen, Projekten und Kanälen.
NORDSONNE IDENTITY ist eine Strategie- und Kreativagentur für Wissenschaft und Gesellschaft, ein interdisziplinäres Team in Berlin-Mitte. Ein Designsystem ist für uns die Konstruktion hinter dem Erscheinungsbild: die Bauteile und Regeln, aus denen sich immer neue Anwendungen zusammensetzen lassen, ohne dass jemand das Rad neu erfindet.


Was ein Designsystem ausmacht
Ein Designsystem ist mehr als eine Sammlung von Vorlagen. Es ist ein modularer Baukasten: kleinste Bausteine, die sich zu größeren Einheiten kombinieren lassen — und Regeln, die festlegen, wie das geschieht. Der Designer Brad Frost hat dieses Prinzip als »Atomic Design« beschrieben: Aus Atomen werden Moleküle, aus Molekülen Organismen, bis am Ende ganze Anwendungen entstehen. Der Vorteil: Änderungen an einem Baustein wirken sich überall dort aus, wo er verwendet wird.
Auf der technischen Ebene digitaler Produkte gehören dazu Komponenten und sogenannte Design Tokens — zentral hinterlegte Werte für Farben, Abstände oder Schriftgrößen, die überall aus einer Quelle gespeist werden. Aber das Prinzip gilt genauso im Analogen: Ein durchdachtes Gestaltungsraster, ein Set aus Formen, eine Systematik für Piktogramme — auch das ist ein Designsystem. Entscheidend ist die Modularität, nicht das Medium.
Designsystem, Style Guide, Corporate Design — was ist was?
Diese drei Begriffe werden oft vermischt. Am klarsten wird es mit einer Abstufung. Das Corporate Design ist das Erscheinungsbild — wie eure Marke aussieht. Der Style Guide ist das anwendungsnahe Regelwerk — wie man dieses Erscheinungsbild richtig anwendet. Das Designsystem ist die Ebene darunter: die modularen Bausteine selbst, aus denen sich Anwendungen zusammensetzen, plus die Logik ihres Zusammenspiels.
Ein Bild dafür: Wäre das Designsystem ein Baukasten, wäre der Style Guide die Anleitung und das Corporate Design das fertige Bauwerk. Die drei greifen ineinander — wir entwickeln sie so, dass sie zusammenpassen, statt nebeneinanderher zu existieren.

Wie wir Designsysteme entwickeln — Prozess und Methoden
Am Anfang steht die Frage nach dem Bedarf: Wie viele Anwendungen, wie viele Beteiligte, wie viel Eigenproduktion. Daraus ergibt sich die Tiefe des Systems. Wir definieren die Grundbausteine, ihre Varianten und die Regeln ihres Zusammenspiels — und dokumentieren alles so, dass euer Team eigenständig weiterbauen kann. Ein gutes System ist nie fertig; es ist so angelegt, dass es sich erweitern lässt.
Für das Karlsruher Institut für Technologie haben wir rund um den Deutschen Motorik-Test ein flexibles visuelles System aus acht geometrischen Grundformen entwickelt — aus ihnen entstehen humorvolle Charakterfiguren, und das System bleibt skalierbar für neue Übungen oder Zielgruppen; nachzulesen im Case zum Deutschen Motorik-Test. Für die Stiftung Kinder forschen entstand ein Markengerüst, das mitwächst und über einen Online-Styleguide gepflegt wird — Details im Case zum Markenprozess. Für das Berlin Institute of Health war es ein Dachmarkensystem mit eigener Piktogrammsprache, abgestimmt auf ein komplexes Institutionengefüge, siehe Case zum BIH.
Was ein Designsystem für eure Organisation bewirkt
Der unmittelbare Effekt: Tempo und Konsistenz zugleich. Neue Anwendungen entstehen schneller, weil die Bausteine schon da sind — und sie sehen automatisch stimmig aus, weil alle aus demselben System schöpfen. Der größere Effekt zeigt sich über die Zeit: Eine Marke, die als System gedacht ist, veraltet langsamer und übersteht Wachstum, ohne zu zerfasern.
Das Besondere: Ihr bekommt eine Marke, die ihr selbst weiterbauen könnt — ein System, das mitwächst, statt euch festzulegen. Nach unserer Zusammenarbeit seid ihr nicht auf uns angewiesen, um neue Anwendungen zu gestalten. Ein Designsystem verbindet dabei eure Farbkonzepte und eure Typografie zu wiederverwendbaren Bausteinen und wird im Style Guide anwendbar dokumentiert.
Warum NORDSONNE IDENTITY für euer Designsystem
Wir denken Marken seit über zwei Jahrzehnten als Systeme, nicht als einzelne Entwürfe. Gerade für Wissenschaftsorganisationen mit vielen Instituten, Projekten und Fachkulturen ist das entscheidend: Ihre Marke muss Vielfalt aushalten und trotzdem als eine erkennbar bleiben. Genau dafür bauen wir modulare, skalierbare Systeme — analog wie digital.
Was uns unterscheidet: Wir bauen Systeme, die eure Organisation selbstständig machen. Ein Designsystem ist bei uns kein starres Korsett — es ist eine Konstruktion, die Spielraum lässt und Halt gibt. Ihr habt Fragen zu eurem Designsystem? Schreibt uns: ni@nordsonne.de
Aktualisiert am 20. Juli 2026